14.06.2021

Spiegel-verkehrt

Der Spiegel in seiner online-Ausgabe vom 27. Mai 11:00 Uhr überrascht mit folgender Top-News:

Kim Kardashian (wer zum Teufel ist das?) rasselt durch Juraprüfung.
Unverkennbar die wichtigste Meldung des Tages, denn sie steht ganz oben. 
Ich habe mich natürlich gleich über die wesentlichen Leistungen der Dame informiert und erfuhr, dass sie sich Po und Busen operieren ließ. Nun gut, dachte ich, das hat sie mit Jürgen Drews gemeinsam.  Aber der kann wenigstens noch singen und hält zudem den Titel: Ältester Teenager Deutschlands. Und während ich noch darüber grübelte, warum sich das investigative Politmagazin mit Kardashians Durchfall befasst, las ich weiter. Zum tragischen Seilbahnunglück in Italien brachte der Spiegel folgende Headline: „Zugseil riss völlig überraschend". Der Spiegel geht also davon aus, dass den Fahrgästen vor Beginn der Fahrt mitgeteilt wird, wann das Zugseil reissen wird. Diesmal wurde es versäumt. Typisch italienischer Schlendrian. Wäre es nicht so traurig, verdiente der Spiegel den Grimme-Preis für Sprachkomik. Aber das erklärt alles. Kim Kardashian kann nur Mitglied der Spiegel- Chefredaktion sein. Sie initiierte vermutlich die Attacke auf die Grünen – die Rettungsweste der SPD. Und der SPD will der Spiegel wirklich nicht schaden. Darum bringt er auch immer seltener etwas über Olaf Scholz. Robert Habeck und Cem Özdemir, die im Zweier ohne Steuermann gegen das Vergessen anrudern, wollen die Ukraine mit Waffen beliefern. Eine echte Friedenspartei sieht da keinen Widerspruch. Darauf fragt der schlaue Spiegel Frau Baerbock, die bekanntlich unter Profilierungszwang steht. Sie sagt entschieden Nein zu Waffenexporten. Diese Ablehnung kostet der gefühlten Kanzlerin die Stimmen aller Werktätigen der Mord- und Totschlag-Industrie. Hinwiederum – so jung ist Annalena Ahnungslos doch auch nicht, um sich nicht an den Einmarsch in den Kosovo zu erinnern. Mit dem Lied auf den Lippen: "Mir ist heut so nach Tamerlan" stürmten die Grünen Arm in Arm mit Gerhard Schröder in ein fremdes Land, in dem sie nichts verloren und nichts zu suchen hatten.

 

Aber vielleicht erinnert sich Frau Baerbock an den 16. November 2001? 
Da peitschte Rot/Grün den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan durchs Parlament. Seitdem hat die Friedenspartei und ihr Roter Bruder über 150 Menschenleben dort geopfert. Umgerechnet sind das zehn italienische Gondeln. 
Wie man an Habeck und Özdemir sieht, belasten sie nicht das Grüne Gewissen. Hauptsächlich, weil ihr moralisches Führungsseil schon
lange gerissen ist – keineswegs überraschend.

 

27 05 2021

© Achim Krausz
www.spiegel- verkehrt.de

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