03.01.2022

Trost Neujahr

Der Klassiker: Im Neuen Jahr kann es nur besser werden, ist unser serienmäßiger Trost an Silvester. 

Einen Blick in die Zukunft vermittelt auch das Bleigießen. 

Hier vier bleierne Prognosen:

 

Ukraine

 

Bei der Krise handelt es sich um die konträre Kuba-Krise.

Im Juli 1962 belieferte die UdSSR Kuba mit Raketen – aufrüstbar mit atomaren Sprengköpfen. 

Die Amerikaner – in eigener Sache immer sehr empfindlich – empfanden dies als Bedrohung ihrer Sicherheit. 

Obwohl zwischen Kuba und den USA 2.443 km liegen. Folglich formulierte Kennedy mit jugendlichen Elan ein Ultimatum, 

das uns damals an den Rand eines Weltkriegs brachte: Entweder ihr entfernt eure Raketen oder wir tun es!

Und Chruschtschow gab nach. War es Weitsicht oder Armut? So genau werden wir es nicht erfahren.

Nun hat Putin – etwas höflicher aber genauso bestimmt – auf seiner Pressekonferenz am 23. Dezember dasselbe gesagt. 

Und sogar damit gedroht, sein Land militärisch zu verteidigen. 

Das ist unerhört! 

Putin soll gefälligst seine Truppen aus Russland abziehen. 

Wohin haben Joe Biden, Jens Stoltenberg und Ursula von der Leyen noch nicht entschieden.

Worum genau geht es?

De US-Hypersonic-Raketen – vor Russlands Haustür – fliegen zu schnell für  Abwehrsysteme. 

Nebenbei sind sie wie gesagt auch viel zu nah stationiert.

Übrigens, vor der Kuba-Krise 1962 waren in der Türkei und in Deutschland US-Atomwaffen gegen Russland aufgestellt. 

Und hier die 10-Euro-Frage: Wer hat angefangen?

 

– USA

 

Das Land hat drei große Probleme. 

Joe Biden — ein schwacher Präsident, wie es ihn in dieser geopolitischen Lage nicht geben sollte. 

Im heutigen Telefonat mit Putin gab es erneut Androhung von Sanktionen. 

Was heißt das in der Praxis? 

Bei einem russischen Einmarsch erklärt Joe Biden nicht den Krieg sondern Sanktionen: 

Putin muss ohne Abendessen ins Bett, und erhält eine Woche Fernsehverbot. 

Wie lächerlich kann sich die „Weltmacht“ USA noch machen?

 

Und innenpolitisch biegt Biden von links kommend in die Trump-Spur ein.  

Er würde die Mauer zu Mexiko gerne selbst bezahlen, denn er kriegt die Einwanderung nicht in den Griff.

In Sachen Corona (7-Tage-Inzidenz rund 750) wird sein Misserfolg gefährlich. Doch Joe kennt die Lösung: 

Per TV verkündete er, für Corona nicht mehr zuständig zu sein. Nun sei es keine Regierungsaufgabe mehr 

sondern in der Zuständigkeit der einzelnen Bundesstaaten. 

Donald Trump sagte das auch. Aber der wollte sich ja nur aus der Verantwortung stehlen.

 

Das zweite Problem ist die Spaltung. Nicht nur in Arm und Reich sondern in politische Grundrichtungen. 

Die Demokraten, intern gesteuert von der linksradikalen Elizabeth Warren, streben erkennbar eine sozialistische Planwirtschaft an, welche dem amerikanischen Naturell zutiefst zuwider ist. Zudem fehlt die Unterstützung der Demokraten im Senat und Teilen der Partei. 

Die Republikaner halten sich nicht mit Ideologien auf. Sie wollen den amerikanischen Traum: Vom Tellerwäscher zum Millionär. 

Aber sie übersehen, dass es mehr Tellerwäscher als volle Teller gibt.

Santa Joe’s große Bescherung bringt ebenso große Finanzprobleme.

Die USA erhöhen schrittweise die Zinsen. Sobald es wieder Zinsen gibt, fallen die Börsen und die Immobilienpreise. 

God bless America! Er ist aber auch der einzige.

 

– NATO

 

Alle Verträge – Helsinki, SALT I und II, ABM – sehen eine Begrenzung der NATO auf 26 Staaten vor. 

Die USA jedoch hält die NATO für die Marketingabteilung ihrer Rüstungsindustrie. 

Und mit der Ukraine haben sie nach dem Wegfall von Afghanistan und Irak ein neues Absatzgebiet entdeckt. 

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, die Sprechpuppe des Weißen Hauses, muss daher täglich verkünden, 

die NATO könne so viele Partner aufnehmen, wie es ihr beliebt. Das beliebt aber nicht Ländern, die in Friedenszeiten 

von der NATO bedroht werden. 

Nun drängen die USA die EU dazu, die traditionell korrupte Ukraine in ihren maroden Verein aufzunehmen. 

Durch eine EU-Mitgliedschaft ließe sich der mehrfache Vertragsbruch der NATO besser verschleiern. 

Und was sagt unsere Ursula von der Laien? 

Sie muss den Grünen erklären, warum sie für die Strecke 

Wien – Bratislava (58 km) einen Privatjet gebucht hat. 

 

Um mit Wesentlicherem abzuschließen. Weder Russland noch China agieren militärisch 

außerhalb ihrer Landesgrenzen. Das machen nur die USA. Allein in Südkorea stehen 34.000 US-Soldaten, 

2.000 in Saudi Arabien etc. 

Und: Für einen der Mini-Staaten des Baltikums, wo die NATO ständig auf und ab marschiert, 

wird kein NATO-Partner in den Krieg ziehen. Nur die Ukraine kann eine militärische Krise auslösen. 

Käme es darüber zu einem Krieg würde China Russland „Waffenhilfe“ leisten 

und dabei das Problem Taiwan endgültig in seinem Sinne lösen.

USA, NATO und EU können also nur verlieren – sagt das Blei.

 

– EU

 

Nach dem Rücktritt von Angela Merkel würde Immanuel Macron gerne 

die Führung innerhalb der EU übernehmen. 

Allein, er hat nicht einmal Frankreich hinter sich. Vom Klassiker Egalité Liberté Fraternité 

hat sich dieser elitäre Regent denkbar weit abgesetzt.

Seine Idee einer europäischen Armee wird sehr richtig von allen übrigen Staaten 

als verkappten hegemonialen Anspruch Frankreichs angesehen. 

Seit Napoleon träumen die Franzosen von der europäischen Herrschaft. Seit de Gaulle kennen sie die trostlose Realität. 

Dennoch wird Macron seine Wiederwahl im April wohl erfolgreich gestalten. 

Die Rechte in Frankreich, das faschistoider ist als Deutschland, ist in sich gespalten. 

Das lieben wir so an den Franzosen: hier ist jeder seine eigene Partei. 

Apropos faschistoid. Nicht dass wir die Ausnahme wären. 

Aber wir haben im Gegensatz zum Rest Europas 1,5 Millionen Asylsuchende erfolgreich integriert. 

Wir sind besser als die Medien uns verkaufen. 

Aber die Presse erledigt brav die Arbeit der AfD. 

Als letzter Trost fürs NeueJahr: Nicht jeder Verkehrsunfall hat einen islamistischen Hintergrund!

 

01 01 2022  

© Achim Krausz

Www.spiegel-verkehrt.de

 

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