10.01.2022

Und weiter geht's

 

– Julian Assange

 

Während Sie dies lesen, sitzt in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis ein australischer Journalist in verschärfter Einzelhaft. 

Beobachter wie der Schweizer Menschenrechtler Nils Melzer sprechen von Folter.

Ist Ihnen auch bekannt, dass dieser Mann von keinem britischen Gericht verurteilt wurde? 

Er ist in Haft wegen Fluchtgefahr – ohne Gerichtsurteil!

Fluchtgefahr könnte man auch durch Hausarrest oder eine elektronische Fußfessel verhindern, wie man das bei netten Menschen wie Augusto Pinochet gemacht hat. Der chilenische Diktator und Massenmörder hatte es allerdings klüger angestellt. Sein Militärputsch gegen den demokratisch gewählten Regierungschef Allende wurde von den Amerikanern gefördert. Menschenrechtsverletzung mit den USA wirkt sich immer strafmildernd aus.

Julian Assange deckte die Menschenrechtsverletzungen der Amerikaner und Briten im Irak und in Afghanistan auf. 

Ein britisches Gericht hat nun den Auslieferungsantrag der USA bestätigt, damit dort die Folter zu Ende geführt werden kann. 

Für Assange sollten die Menschen und die Medien kämpfen.

Denn er steht (genauer: sitzt) symbolisch für Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Menschenrechte.

Der einzig erkennbare Prozess lautet: Politiker versus Transparenz!

 

 

 – Obama Trump Biden

 

Das traurige Triumvirat der Demokratie-Darsteller. Guantanamo überspringen wir. 

Bei allen drei US-Präsidenten hoffte Assange auf Niederschlagung der Anklage. Schließlich hatte er nur über Fakten berichtet.

Vielleicht hat man es ja vergessen: Die britische Zeitung „The Guardian“ schrieb schon lange vor Assange über die Verbrechen des Militärs.  Nur – in der Zeitung von gestern liegt heute ein toter Hering. 

Julian Assange und Wikileaks brachten die echten Dokumente als Beweise für die Verbrechen der Amerikaner und Briten an die Öffentlichkeit. Die nunmehr öffentlichen Zeugnisse können nicht mehr vernichtet werden. Aber der Bote. 

Schweigen ist hier Beihilfe!

 

– Analena Baerbock

 

Baerbock reist. Keiner reißt sich um sie. Aber sie reist trotzdem.

Sie reiste nach Paris – vor dem Bundeskanzler. 

Sie reiste nach Brüssel – vor dem Bundeskanzler. 

Sie reiste nach Warschau – vor dem Bundeskanzler. 

Sie reiste nach Washington, D.C. – vor dem Bundeskanzler.

Wenn irgendjemandem noch unklar sein sollte, wer die Bundesrepublik regiert – hier findet er die Antwort.

Eine 15 % Partei. 

Sie tanzt der SPD auf der Nase herum. Doch sie scheint es nicht zu merken, denn Olaf Scholz nimmt die wirklich wichtigen Termine wahr: Er empfängt die Sternsinger.

Für die Micky Maus Nachrichten im ZDF war das gestern die zentrale Meldung. 

Der Witz-Kanzler der Republik versenkte ein weißes Kuvert im Klingelbeutel der Sternsinger. Vermutlich war wenig drin. Ihm entgeht ja die Erfolgsprämie der Warburg-Bank. 

Nun entgeht ihm wichtigeres. 

Eine Grüne Amateur-Politiker*innen macht den Kanzler zur Witzfigur.

Lassen wir mal beiseite, dass 85 % aller Wähler die Grünen abgelehnt haben. Und Frau Baerbock schon mit dem Bürgermeisteramt von Hintertupfing intellektuell hoffnungslos überfordert wäre. Dann bleibt immer noch, dass die Grünen und ihre Windspiele zur Lachnummer geworden sind. Die Regierung gibt offen zu, dass die durch Abschaltung fehlende Energie durch Kauf von Atomstrom ergänzt werden muss. 

Raus aus der Kohle, raus aus der Atomkraft – hinein in die geistige Windstille. 

Der Energiebedarf steigt. Und die Grünen stehen vor den Rotoren und pusten. Die Kosten für Energie steigen zur zweiten Miete. 

Die Grünen prusten vor Lachen. Dieser Wahnsinn ist ihr Geschäftsmodell. 

Ehrlich gesagt, halte ich die Hirnschmelze der Grünen für gefährlicher als unsere unfallfreien AKWs.

 

 – Snowmikron

 

Vor dem Kapitol in Washington tragen Infizierte und Noch-Nicht-Infizierte eine Schneeballschlacht aus. 

Man hat Zeit – Dank Omikron. 

Eine Million Infektionen pro Tag legen die USA schneller lahm als jeder Schneesturm. Der vergeht. Biden bleibt.

Joe Biden hat die Zuständigkeit für Corona an die 50 Bundesstaaten delegiert. 

Mit 50 unterschiedlichen Maßnahmen. Mit unbeschränktem COVID-Tourismus. Mit Gouverneuren mit Lockdown-Phobie, die vornehmlich an ihrer Wiederwahl interessiert sind. Mit einem überlasteten und unterfinanzierten Gesundheitssystem. Mit Fake-News, wie sie sich kein Satiriker ausdenken kann.

Und für Nostalgiker mit und ohne Schnee gibt es auch etwas: den Jahrestag des Sturms auf den Kongress.

Alles ist gut.

 

– Kasachstan

 

Auslöser war die Verdopplung der Gaspreise. Übrigens von 14 auf 30 Cent. Das ist hart, da die meisten Autos in dem Land, das fünf Mal größer ist als Deutschland, mit Gas angetrieben werden. 

Bei uns ist alles besser. Wir zahlen nur 65 Cent. Aber der Gewinn fließt nicht in die  Taschen der Politiker – 

mal abgesehen von Gerhard Schröder.

Das erinnert an die Gelbwesten in Frankreich. 

Hier wie dort kam es zum Protest gegen die Regierung.

Nun sollte man aber drei Dinge über Kasachstan wissen.

Es zählt zu den reichsten Ländern, was die Bodenschätze betrifft.

Es zählt zu den ärmsten Ländern , was die Bevölkerung betrifft

Es zählt zu den korruptesten Ländern, was die Regierung betrifft.

Mit anderen Worten: die überhöhten Gaspreise kassieren die Kollegen aus der Abteilung Kaviar und Co. 

Der Pöbel pöbelt. 

Er  hat ja sonst nichts.

 

07 01 2022  

© Achim Krausz

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