18.11.2021

Zur Entwirrung

Zu Produktionsproblemen.

Während Tesla und andere intelligente Unternehmen während Corona ihre Bestellungen in China aufrecht erhalten haben, haben unsere hoch intelligenten Industriemanager panikartig alles gekündigt. Sie wollten ihre heiligen Aktionäre nicht mit Lagerkosten belasten. Entsprechend wurde die Produktion in China zurückgefahren. Nun zahlt man überhöhte Preise. Unsere Manager verdienen wirklich jede ihrer Millionen.
Tja, so einfach ist das manchmal.

 

— Zur „Inflation"

Vieles ist in den letzten Wochen teurer geworden.
Teuerung ist das richtige Wort, denn es hängt fast nur mit dem Erdöl zusammen.
Und wo ist der Deutsche verwundbar? Beim Auto und im Eigenheim!
Die Medien sprechen aber statt Teuerung lieber von Inflation. Das ist gruselig und zugleich im Sinne der Wirtschaft. Kaufen Sie schnell jeden Mist! Wir hätten da noch Klopapier.

Der Begriff Inflation ist derzeit reiner Unfug.
Inflation resultiert aus den Lohnstückkosten – also dem Verhältnis unserer gesamten Produktivität einer Stunde zu den Löhnen pro Stunde. Steigen Produktivität und Löhne in gleichem Schritt, haben wir eine ausgeglichene Wirtschaft. Steigt die Nachfrage über die Produktivität (weil wir uns mehr leisten wollen, als wir produzieren), dann erhalten wir eine Inflation. Mehr Nachfrage weniger Produkte = Preissteigerung. Aber das ist selbst für BILD zu komplex. Die kämpft mehr mit ihrem fucking Chief Editor als mit Fakten.

Doch woher kommt die Teuerung?
Hier beginnt der humoristische Teil.
„Sofortiger Ausstieg aus der Kohle!!!"
Dummerweise bleibt der weltweite Energiebedarf gleich hoch — er steigt sogar (siehe Wirtschaftswachstum).
Das bedingt einen verstärkten Rückgriff auf die existierenden Ressourcen: Öl und Erdgas. Die erhöhte Nachfrage weltweit steigert natürlich den Preis. Diesen Zusammenhang haben die Grünen nicht mitbekommen, da sie während der Mathestunde Schnecken über die Landstraße getragen haben.
Das führt uns zu jemandem, der auch nicht mehr auf den Nobelpreis warten muss.

 

– Zu Joe Biden

Seinen größten Fototermin hatte er an diesem Wochenende. A Walking Dead mit 126 Komparsen. Da nur die Nebendarsteller zur schottischen Klimakostümprobe erschienen, hatte er das volle Rampenlicht. Er verkündete vollmundig einen Ausstieg aus der Kohle und zugleich eine Einschränkung der Öl- und Gasbohrrechte. Wachsende US-Wirtschaft – der Dow Jones überschritt erstmals 36.000 Punkte – und Reduzierung der Energie.
Nun weiß man, bei Joe Biden fährt der Lift auch nicht ganz nach oben.
Das merke nun auch die Amerikaner.
Bei der Gouverneurswahl in Virginia – klassisch demokratisch – gewann ein Republikaner. Die Überraschung: Bei gleichzeitiger Distanzierung von Donald Trump. Auch bei anstehenden Wahlen in den Neuenglandstaaten sieht es für die Demokraten Mau aus. Joe Biden gewann seine Wahl auf der Anti-Trump-Plattform. Jetzt gewinnen Republikaner auf der Anti-Biden-Plattform.
Bidens Zustimmungswerte befinden sich im freien Fall. Falls er unterwegs Felix Baumgartner trifft, sollte er ihn um Asyl in Sankt Pölten angehen.
Der mutige Greis springt jedenfalls ohne Fallschirm. Und wenn schon. Starker kann sich sein Gesicht auch nicht mehr verzerren.
Im nächsten Jahr sind Kongresswahlen. Danach wird Joe Biden zur lame duck.
Es folgen zwei Jahre Stillstand, während China und Russland sich weiter entwickeln.
Denn es geht den Politikern nicht um America first. Es geht einzig und allein um Macht.

 

– Zum Klimagipfel

Die OPEC wurde an Allerheiligen katholisch und feierte Weihnachten und Ostern an diesem Wochenende. Ab sofort ein paar Millionen mehr Barrel Rohöl scheint der Herzenswunsch der Grünen zu sein.
Sie wollen das Licht abdrehen, haben aber keine Kerzen.
Im Norden soll es pusten, im Süden wird gearbeitet. Selbst wenn dieser Puste Kuchen gebacken würde, scheiterte es an den Zuleitungen – an den Grünen. Sie sind gegen Strommasten und Erdkabel. Und das ist sehr clever. Denn so verhindern sie ausgelacht zu werden.
Windkraft aus der Mühle und Strom von der Sonnenbank. Das kommt gleich nach Fahrstühlen mit Handkurbelantrieb.
Das Programm der Grünen ist reine Religion. Wer's glaubt, wird selig.
Ein Trost bleibt: später haben wir zumindest unsere Windmühlen als Touristenattraktion für Freunde des Mittelalters.
Ansonsten endete es wie gewohnt.
Jeder Staat verkündete große Ziele. Aber im Kleingedruckten wurden sie sofort wieder kassiert. China und Russland erwiesen sich als humorlos. Sie kamen nicht zu dieser Medien Gaudi.
Die Frage bleibt: wie viel Whisky wurde an die Medienleute verabreicht, um diese intellektuelle Beleidigung nicht sofort zu verreißen?

 

 Zur CDU

In Sachen Parteivorsitz will die CDU erstmals ihre Mitglieder befragen. Aber nur eingeschränkt. Denn es könnte sonst das falsche Ergebnis herauskommen. Das Ganze nennt sich: betreute Demokratie.
Positiv: man will den korrupten Friedrich Merz verhindern. Dann doch lieber Jens Spahn, der seit Eintritt in die Politik nur an seiner Selbstbereicherung gearbeitet hat. Sein erster Schritt war die Gründung einer Lobbyagentur für Pharma- und Medizintechnik. Schritt zwei war der Weg zum Gesundheitsminister, damit die Agentur auch erfolgreich arbeiten kann. Schritt drei die Belebung des Berliner Immobilienmarktes. Exklusive Objekte werden zunächst Jens angeboten und seiner Frau von Burda – nicht adelig aber mit einer hohen Apanage aus München.
Für die Vorstandswahl stehen neben Jens Spahn nach sechs Männer zur Wahl.
Das spiegelt die Enttäuschung der Partei über weibliche Politiker.
Wie konnte Angela nur? Vier Wahlsiege in 16 Regierungsjahren. Geradezu märchenhaft. Doch dann wurde Schneewittchen von den Zwergen verjagt.
Der neue CDU-Vorsitzende ist frühestens am 21. Januar im Amt. Zwei Monate später sind die ersten Landtagswahlen. Aufgrund der hohen Stimmverluste der CDU wird der Vorsitzende sofort ausgewechselt!

 

– Zu Australien

Krieg der Worte zwischen Australien und Frankreich.
Australiens U-Boot Flotte sollte von Frankreich geliefert werden. Dann änderte der Premier den Partner und beauftragte USA und Kanada. Daraufhin nannte ihn Macron einen Lügner – in Englisch, damit der es auch versteht. Emma tobt – pardon Emmanuel Macron. Die Marie vom Marine-Job fehlt im Wahlkampf.
* Bonusmaterial: die Atom U-Boote sind ganz nebenbei Australiens heimlicher Eintritt in den Club der Nuklearmächte. Dazu der Känguru-Trick: die internationale Atombehörde kann nie den Vorrat an spaltbarem Material überprüfen. Denn wenn sie sich ankündigt, sind die U-Boote gerade untergetaucht.
Zeitgleich steht ein Handelsvertrag zwischen Australien und der EU an. Den willl unsere französische Klytämnestra torpedieren. Die Rache eines einzelnen auf Kosten einer Gemeinschaft.
Solche Interessenskonflikte hat bisher Angela Merkel souverän begradigt.
Und künftig?

 

– Zu Olaf Scholz

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und das ist noch schmeichelhaft.

 

03 11 2021

© Achim Krausz
www.spiegel- verkehrt.de

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