The last supper

Heute Abend fliegt Boris Johnson zu einem Souper mit Ursula von der Leyen nach Brüssel. 

Die wie immer gut informierten Kreise sagen, er wolle noch einmal vernünftig essen, ohne die mitgebrachten Kalorien verzollen zu müssen. Brexit-Kenner wissen, dass dieses Treffen – außer für Fotoreporter – völlig sinnlos ist. 

Am Morgen gab er noch einen männlich-starken Auftritt im Parlament. Vergaß aber bei dem Potenzgerede völlig, dass eine Morgen-Erektion nicht bis Brüssel anhält. Boris wird betteln und in seine Zwiebelsuppe weinen, um ein kleines Zugeständnis zu erhalten für daheim. Ursula wird ihm klarmachen, dass sie nur die niedliche Handpuppe von Angela ist. Sie ist so gut mit Berlin verdrahtet, dass selbst ein leichtes Nicken übertragen wird. Entweder hat Boris noch nichts gemerkelt, oder er kann nicht kochen. Aber eines muss man den Briten lassen. Seit viereinhalb Jahren verlassen Sie die EU, haben aber noch nicht die Tür gefunden. Denn da, wo Großbritannien gerne raus will, steht eine Wand – eine dreifache. 

Müßig, das alles noch einmal zu erklären. In allen Zeitungen – außer den britischen – können Sie es nachlesen. Dass der Hobbyradler Legastheniker ist wie sein US Kollege, ist nur wenigen bekannt. 

Das bringt uns in die USA.

Der Supreme Court hat Trumps Anfechtungsklage gegen die Wahlen im Schlüsselstaat Pennsylvania verworfen. Undankbarer Haufen!

 

Nicht so bekannt ist vielleicht, dass der US Pharmariese Pfizer an dem von Biontech entwickelten Impfstoff eine Gewinnspanne von 80 % hat. 

Gut, werden Sie sagen. Im Vergleich zu Apple sind das immer noch magere Margen. 

Der kleine aber wesentliche Unterschied besteht darin, dass bei Pfizer Entwicklung, Produktion und Vertrieb mit Steuergeldern kräftig subventioniert werden. 

Dabei übersieht man schon mal, dass 96 % der Vakzine in die „reichen" Länder gehen. Da Corona aber äußerst sozial ist, trifft es auch die ärmeren. Pandemien unterscheiden nun mal nicht nach dem Bruttosozialprodukt. 

Dann hätten wir es doch erst gar nicht bekommen. 

Warum kürzen wir nicht den ganzen Prozess ab? 

Olaf Scholz, von dem wir seit der Elbphilharmonie wissen, dass er mit den Grundrechenarten nicht per Du ist, überweist die 180 Milliarden € direkt an Pfizer. Die veranstalten dann die große Internet-Impf-Lotterie mit Lena und Justin Bieber. 

Wer das überlebt, ist für den Rest seiner Tage immun.

 

© Achim Krausz
www.spiegel-verkehrt.de

Der nebelig kalte November hat seinen Schrecken verloren. Es gibt ein Licht am Ende der Leselampe: Das neue Buch von Achim Krausz ist erschienen!

Mit einem Kosten-Nutzen-Verhältnis von 0,45 Cent pro Seite ist es günstiger als Goethes Wahlverwandtschaften und zudem jugendfrei.

 

Taschenbuch, 280 Seiten, 12,60 € | Als E-Book/Kindle 6,00 €
Kostenlose Corona-konforme Lieferung bis zur Leselampe
Sofort lieferbar - hier bei Amazon bestellen