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DISTEL-Satire in Zeiten des Kalten Krieges

Aufarbeitung des Faschismus und Neu-Positionierung im Kabarett ab 1953

Die Aufarbeitung des Faschismus und die Bestrafung der Nazis war eine wichtige Identitätsfrage für die DDR. Satire sollte als Waffe im Klassenkampf fungieren - also auch den ostdeutschen Antifaschismus und dessen Vernachlässigung in der Bundesregierung heraustreichen.

Mit der Zuspitzung des kalten Krieges waren Themen wie Frieden & Aufrüstung im Besonderen mit dem Erwachen der ostdeutschen Friedensbewegung "Schwerter zu Pflugscharen" in den 80er Jahren eine schwierige Gradwanderung. Wie konnte die DISTEL bei häufiger Zensur und der eigenen Schere im Kopf eine treffsichere Satire - im Spannungsbogen zwischen plakativer Staatstreue bis hin zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem offiziellen politischen Kurs - entwickeln?

Die hier ausgewählten Texte und Szenen zeigen, wie sehr sich die DISTEL immer wieder als Sprachrohr der einseitigen und zu vereinfachenden offiziellen Ansichten instrumentieren ließ. Es sollte aber nicht der Eindruck entstehen, dass die DISTEL zu DDR-Zeiten überhaupt nicht "stach" - nur als kleiner Gegensatz zu staatskonformer Satire hier zwei Texte "Vom Ich zum Wir - Entree" und "Das ist bei uns so Sitte", die zwar thematisch etwas anders gelagert die üblichen sozialitischen Gewissenheiten infrage stellten. (Mehr zur DISTEL in DDR-Zeiten unter Über uns | Geschichte)

Quelle: Brigitte Riemann: Das Kabarett der DDR - Gratwanderung zwischen sozialiistischem Ideal und Alltag 1949-1999)

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