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Kabarett nach 1933

Das totalitäre Regime fürchtet den Spott

In der Zeit des deutschen Faschismus drohten den Satire-Künstler*innen nicht nur Auftrittsverbote und Schließungen von Kabaretts, sondern auch Inhaftierung und Tod in Konzentrationslagern oder Gefängnissen, wenn sie sich nicht rechtzeitig ins Exil retten konnten.


Die Kabarettbühne war zu Beginn des Hitlerfaschismus noch ein Ort, wo Widerspruch möglich war, weil er mit Witz und Intelligenz vorgetragen wurde. Es ärgerte die tumbe braune Bande, dass die Bühnenbrettle-Kabaretts nicht so einfach zu kontrollieren waren und sie so für eine gewissen Zeit an deren Allmacht rüttelten.

Berlin war das Zentrum der deutschen Kabarettszene in den 30er Jahren. 
Ab 1945  gab es gerade hier im Nachkriegsberlin zahlreiche Kabarettgründungs-Versuche  - zu denen auch der Vorläufer der DISTEL, die Gruppe "Der frische Wind", gehörte. Einzelne Künstler der DISTEL betätigten sich bereits während der Nazi-Zeit als kritische Kabarettisten:

Otto Stark beim österreichischen Exiltheater "Das Laterndl" in London - DISTEL-Schauspieler 1960-90 | ab 1968-90 ebenfalls Direktor des Hauses
Werner Trötsch bei der "Pfeffermühle" (Zürich) - DISTEL-Schauspieler 1953-56
Wolfgang Erick Parge von 1935-35 beim Kabarett "Die acht Entfesselten" (Berlin) - DISTEL-Schauspieler 1953-55


Textquelle für einzelne folgende Beiträge - u.a.: Peter K. Kirchhof "Kabarett in Deutschland" in: die horen 40. JG, 1. Quartal 1995 || Rainer Otto, Walter Rösler: Kabarettgeschichte. Abriss der deutschsprachigen Kabaretts