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Kurt Tucholsky (1890 - 1935)

Hohn und Spott für die Faschisten - und für das Versagen der Weimarer Republik

Niemand prägte das deutsche Kabarett so nachhaltig wie Kurt Tucholsky (1880 - 1935).

"Er schrieb messerscharfe Satiren, er lieferte launige Conferencen und witzige Monologe, pointierte Sketche und kesse Chansons, sorgte für satte Lacher, er klassenkämpfte per Couplet und kalauerte Klamottiges, er fühlte mit den Ärmsten der Armen und stellte das neureiche Spießertum bloß. " (Volker Kühn in "die horen" 01.1995)

Rosen auf den Weg gestreut

Das Gedicht "Rosen auf den Weg gestreut" schrieb Tucholsky (1880 - 1935) als bitterböse Abrechnung mit der Weimarer Republik, die dem aufkeimenden Faschismus nichts entgegenstellte.

...
Nennt sie: die süßen Schnuckerchen,
gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen ...
Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!


Hier vertont und vorgetragen vom Kabarett Radau:

Text: Kurt Tucholsky | Musik: Radau und Düring


 

Joebbels

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Josef, du bist 'n kleener Mann.

Du bist mit irgendwat zu kurz gekomm.

Nu rächste dir, nu lechste los.

Dir hamm se woll zu früh aus Nest jenomm!

Du bist keen Heros, det markierste bloß.

Du hast 'n Buckel, Mensch – du bist nich richtich!

Du bist bloß laut – sonst biste jahnich wichtig!

Keen Schütze – een Porzellanzerschmeißer,

keen Führer biste – bloß 'n Reißer,

...



Kurt Tucholsky war Journalist, Liedtexter und Romanautor.
Neben seiner publizistischen Tätigkeit betätigte er sich auch als Satiriker und Kabarettautor. Von 1918-20 übernahm der die Chefredaktion des „Ulk", die wöchentliche satirische Beilage des linksliberalen Berliner Tageblatts. Außerdem schrieb er Texte, Lieder und Couplets u.a. für die Kaberett-Bühne "Schall und Rauch".


Bildquelle Unterschrift Tucholsky: Maximilian with digital help from Hans-Jörg Brehm - Richard von Soldenhoff: "Kurt Tucholsky 1890 – 1935", Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15886894