18.11.2019

No. 78

Das kaLief nicht so gut! Die tolle trumpsche Tötungstat

#SitzPlatzundSieg

Abu Bakr al-Baghdadi ist tot, gilt jetzt also völkerrechtlich als SPD. Ein Hund half beim Aufspüren des Bombenbosses in Syrien: #SitzPlatzundSieg. Alles Weitere zum Amtsenthebungsverfahren gegen den IS-Präsidenten hier.

Autor: Tilman Lucke

 

 

Während sich Donald Trump durch sein eigenes Amtsenthebungsverfahren lügt, ohne rot zu werden (er ist ja orange), erzielt er immerhin Erfolge im Kampf gegen ausländische Autokraten: Amerikanische Soldaten spürten Bombenboss Baghdadi endlich auf. Um einem Auskalieferungsverfahren zu entgehen, musste am Ende wohl den Gürtel enger schnallen.

Trump ließ sich bei der Pressekonferenz als Held feiern, schließlich war der Terrorfürst vom selben Kalifer wie Osama, der 2011 von Obama erwischt wurde (was Steffen Seibert auf Twitter zu einer Verwechslung der Fast-Namensvetter veranlasst hatte). Trumps Gratulation twitterte sich damals so: „Hört auf, Obama zu gratulieren. Die Navy Seals töteten Bin Laden.“ Wie gut, dass Twitter so etwas aufhebt!

Später am Tag, an dem Baghdadi starb, kam die Meldung, dass er zu allem Unglück auch noch seine rechte Hand verloren habe: Mit Abul-Hasan al-Muhajir wurde auch sein möglicher Thronfolger entdrohnt. Die rechte Hand verlieren – so etwas wünscht man Björn Höcke auch!

Bleibt die Frage: Wer gab den Amerikanern die Information über Baghdadis Aufenthaltsort? – Die Kurden! Das ist doch nett von denen. Drei Wochen, nachdem Erdoğans Telefonjoker Trump ihr Gebiet fallen gelassen hatte. Aber die Kurden könnten ihr Know-how sogar noch weiter nutzen: Sie könnten Trump zum Beispiel das Versteck eines anderen Terroristen verraten, der sich ebenfalls selbst zum Staatschef ernannt hat und in einem geheimen Präsidentenpalast in Ankara wohnen soll. Praktisch wäre: Dort hat die NATO sogar Truppen.

Über Donald Trumps Truppenrückzug aus Syrien Anfang Oktober freuen sich außer den Kurden fast alle: Erdoğan, Putin, Assad und der IS. Es bedeutet schon gehobene Staatskunst, eine politische Entscheidung zu treffen, von der vier Superbösewichte profitieren, die alle miteinander verfeindet sind. Aber Trump hat daraus gelernt und getwittert: Damit in Thüringen nicht das Gleiche passiert, lassen wir unsere Truppen erst mal dort.

Übrigens ist Turbantestimonial Baghdadi, der vorher schon mindestens fünfmal für tot erklärt worden war, laut Trump „wie ein Hund“ gestorben. Genau das war sein Problem, denn wäre er eine Katze gewesen, hätte er noch mindestens zwei Leben gutgehabt.

Der eigentliche Held der Operation war zufällig ein anderer Hund: „Conan“ hieß der clevere Kläffer, der bei der Jagd auf Baghdadi geholfen hatte und inzwischen sogar seinen eigenen Wikipedia-Artikel besitzt. Endlich lässt sich mal wieder schlagzeilen: „Hund beißt Mann“! Und nicht nur die Illustrierten „Super-Killu“ und „Kirkukzu“ lecken sich nun die Lefzen nach dem Privatleben des prominentesten Hundes seit Blondie. Conan ist übrigens ein Belgischer Schäferhund – wie gut, dass Brüssel ihn noch rechtzeitig vor dem Handelskrieg rausgerückt hatte. Tja, das Flandern ist des Mullahs Last.

 

 

 


Tilman Lucke ist zu sehen in: "frisch gepresst. Politcomedy-Late-Night" und in seinen Soloprogrammen  "Verdummungsverbot" und "Lucking zurück".

 

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