Wenn Deutsche über Grenzen gehen

ODER: Das Ziel ist im Weg

Schulleiterin Marion, Pfarrer Lars und Spulenwickler Dirk beschließen den Ausstieg: Auf der Suche nach Sinn, Zeit für sich und irgendwas mit Inhalt. Als ein gewaltiges Gewitter die drei in eine verlassene Schäferhütte irgendwo im Nirgendwo spült, sitzen sie fest. Ohne Handynetz, ohne WLAN, kurz: Ohne Hoffnung auf Überleben. Jetzt haben sie Zeit – viel mehr als ihnen lieb ist.

Und plötzlich sind die Gedanken da: Klimawandel? Schneller als gedacht. Flüchtlingskrise? Größer als erwartet. Demokratieverlust? Tiefgreifender als vorhersehbar. Wo man hinguckt: Die Welt in Aufruhr! Aber Deutschland geht es doch gut und seine Bürger lassen sich bereitwillig von ihrer Kanzlerin einschläfern. Yoga statt Revolution. Ist auch gesünder. Und Rebellion macht so blöden Achselschweiß...

Zeit haben, empfindet nicht jeder als Befreiung. Zu sehr sind die Wiederholungstäter im Hamsterrad daran gewöhnt keine Zeit zu haben. Woher soll die im Alltag auch kommen? Bei drei Jobs, zwei Familien und 365 facebook-Freunden? Wo man immer fit sein muss und sich selbst kontrollieren? Wo man als Elitepartner zu funktionieren und möglichst vegan zu sterben hat?

Stromlinienförmig ist die neue Individualität! Auch Marion und Lars leben mit Zeitfenstern, Zeitinseln und Zeitmanagement. Selbst Dirk zappt sich durch die Programme seiner gepixelten Existenz, unterbrochen nur durch Werbepausen, damit er den Anschluss an den Konsum nicht verpasst. Alle getrieben von der Angst, beim nächsten Trend nicht live dabei zu sein.

Und so werden die Stockbetten der Pilgerherberge zum Abbild des Lebens: Am Arsch der Welt lassen Marion, Dirk und Lars die Hosen runter – lassen die Seele baumeln, ihr Hirn rotieren und schütten ihr Herz aus. Überraschend, berührend – und sehr komisch.


Dauer:  2 Stunden 15 Minuten, inklusive 1 Pause

Presse & Radio

  • „Kabarettistischer Höhenflug de luxe. Eine schrille Wundertüte voll witziger Kritik und gemeiner Denkzettel.“ Berliner Zeitung, Irene Bazinger
  • "Lachstürme. Kabarettistische Mimen erster Güte. DISTEL-Besuch - ein Erlebnis." neues deutschland
  • "Pilgern durch die Polit und Seelenlandschaft - launige Pointen und witzige Lieder." Morgenpost

Gästemeinungen

Mone | Donnerstag, 18. April 2019 | 15:42 Uhr

über Grenzen

Eine Gruppe von jungen Studenten aus den Niederlanden, die Lehrer und zwei ältere Familienmitglieder waren in der Vorstellung. Ein sehr kurzweiliges Stück. Gute Musik von bekannten Liedern. Es war für uns alle eine sehr amüsante Aufführung.
Alexander Spemann | Mittwoch, 17. April 2019 | 10:52 Uhr

kleine Hinweise

Liebe Kolleginnen und Kollegen, erstmal hat mir der Abend Spaß gemacht. Als Bühnenkünstler verschiedenster Gattungen hier ein paar Kommentare:
1) Ich wünsche Euch, einen Weg zu finden, die Sprachübertragung, gerade im hohen Frequenzbereich der S-Laute besser ins Klangbild zu kriegen. Euer feiner Witz käme dann noch viel besser zur Geltung.
2) Die Art Sprach- und Musiknummern zu kombinieren erschien mir anfangs antiquiert, aber ist ja mittlerweile fast ein Alleinstellungsmerkmal. Kompliment für Arrangements und die musikalische Arbeit! Die aber auch mit einer ausgewogenen Verstärkung noch besser rüberkäme.
Und 3) Traut Euch mehr sarkastisch zu sein. Stellenweise war Ihr mir "zu lieb", Die Charaktere auf der Bühne vertragen mehr Antagonismus. Es muss nicht gleich die Stärke von Priol/Schramm sein, aber die Richtung...
Ich hoffe, dass Sie das als Beitrag und nicht als Negativkritik auffassen. Auch die nächsten 65 Jahre! Ihr seid das wert. Liebe Grüße, A. Spemann
Alle Gästebucheinträge
02:38 Trailer

Besetzung

  • Auf der Bühne:
  • An den Instrumenten:
  • alternierend:
  • Regie:
    Michael Frowin
  • Buch:
    Michael Frowin, Philipp Schaller
  • Weitere Texte:
    Timo Doleys, Thomas Lienenlüke, Martin Maier-Bode, Johannes Rehmann, Martin Zingsheim
  • Weitere Songs und Kompositionen:
    Stefan Klucke, Axel Pätz, Til Ritter
  • Musikalische Einrichtung und Komposition:
    Til Ritter
  • Ausstattung:
    Antje Gebauer
  • Choreografie:
    Regina Weber
  • Bühnenmanagement:
    Viola Dumke
  • Licht & Technik:
    Steffo Jennerich
  • Produktionsassistenz:
    Ellen Neuser
Diese Webseite verwendet Cookies. Hinweise zur Verwendung und zur Einhaltung des Datenschutzes finden Sie hier.