04.01.2019

2018 – der gereimte Jahresrückblick

Folge 37

Warum Andrea Nahles im April lauter schrie als das Royal Baby, warum im Juli nicht nur der Mond einen Schatten hatte und warum sich dem Hutbürger im August die Hitze in der Mütze sammelte: zwölf Monate Wahnsinn im Schnelldurchlauf.

  Autor: TILMAN LUCKE


Zweitausendachtzehn haben wir nun überstanden,
doch wir sind mutig, und wir sehn noch mal zurück:
Da kam die Würde manches Mal sehr schnell abhanden.
Mal hat man Pech, und mal ham andre einfach Glück.
„Habemus Habeck!“ schrien im Januar die Grünen
und Friederike blies den stärksten Wipfel um,
und der VW-Konzern liebt Affen und schenkt ihnen
hinterm Garagentor ein Schnupperpraktikum.

 

Frau Merkel holte Hitlers Amtszeit locker ein im Februar –
auch ein Grund, warum die AfD sie hasst.
Mancher ließ in Kinosesseln
sich von „Fifty shades“ ganz fesseln,
und Yücel kam endlich wieder aus dem Knast.

 

In Rom weht seit der Wahl die braune Trikolore,
und endlich ist die GroKo wieder schön vereint.
Im März sorgt Nervengift aus Russland für Furore –
Helene Fischer ist da gar nicht mit gemeint.
Das Royal Baby kam und hier Andrea Nahles,
und viele Echos wandern auf den schwarzen Markt.
Auf Beckers Konto klafft ein Loch, ein kolossales,
und Südkoreas Präsidentin wurd’ geparkt.

 

Im Mai gab’s richtig viel zu klicken mit der DSGVO,
und der Hamburger SV stellt sich ein Bein.
Özil ist ein gutes Stellvieh
für ein Präsidentenselfie,
und Herr Gauland packt die Badehose ein.

 

Es tat im Juni weh, die „Neon“ einzustampfen,
in Kanada kriegt man dafür jetzt Cannabis.
Die Kacke ist bei Hotte Seehofer am Bamfen,
die AfD ist im Vergleich nur Vogelschiss.
Man sah den Mond, wie er sich einen Schatten anschafft,
und auch der Brexit blieb im Juli schön plemplem,
und Mesut Özil spielte nicht mehr für die Mannschaft –
dies tat er strenggenommen schon bei der WM.

 

Obwohl die Sommerzeit bald weg soll, war sie im August noch da,
und Jan Ullrich überhitzte telegen.
Einem Typ mit Deutschlandmütze
stieg zu Kopf die große Hitze,
und die Klöckner ließ uns „nicht im Regen stehn“.

 

Hans-Georg Maaßen trollt und muss sich deshalb trollen,
Ein Moor brennt wochenlang, jedoch man merkt es kaum.
Bettina Wulff trennt im September sich vom Ollen,
sie fuhr die Ehe und ein Auto vor den Baum.
Plötzlich ist Erdoğan für eine freie Presse,
jedoch zur Sicherheit noch nicht im eig’nen Land.
Es frug sich wählend mancher Bayer oder Hesse,
warum man abwählte, doch keiner recht verschwand.

 

In München setzt sich im November auch der Mietenwahnsinn fort:
In der „Lindenstraße“ müssen alle raus!
Doch es lacht Joachim Sauer:
Denn dank AK Karrenbauer
bleibt Frau Merkel noch drei Jahre außer Haus.

 

Wir schauen heute auf ein Jahr zurück im Wandel,
zweitausendachtzehn steckte voller Abs und Aufs,
mit freien Ländern, freier Fahrt und freiem Handel
und freiem Fall im Falle manchen Lebenslaufs.
Zusammenfassend kann man über dies Jahr sagen:
Das Jahr ist wie fast alle Vorgänger gefloppt,
drum lasst mich heute auch noch die Prognose wagen:
Zweitausendneunzehn wird vermutlich auch bekloppt!

 

 

 

 

Tilman Lucke ist zu sehen in: "frisch gepresst. Politcomedy-Late-Night" und in seinem Soloprogramm "Verdummungsverbot".

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