24.02.2020

No. 93

Irre sind menschlich – der Halbjahresrückblick

Teil 3: Johnson siegt, Nowabo siecht, die CSU heilt und Lindsay hoylt

Auch die Grünen betreiben Verschwender Mainstreaming und finanzieren eine absurde Studie. Ursula von der Leyen fastet digital. Und das Englische verliert durch den Brexit – und durch seinen letzten Brüsseler Muttersprachler Günther Oettinger. Mehr in Teil 3 des irren Halbjahresrückblicks #2019!

Autor: Tilman Lucke

 

 

4. November: Zu John Bercows Nachfolger als britischer Unterhauspräsident wird Lindsay Hoyle gewählt. Lindsay Hoyle erhält den Vorzug, weil Richard Shry, Michael Flenn, Marcus Mecker, Sir Shimpf und Baron von Nurgle keine Zeit hatten.

6. November: In Iowa lehnt ein Gericht die Haftentlassung eines Mannes ab, der zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war. Er hatte argumentiert, einen kurzzeitigen Herzstillstand gehabt zu haben und somit tot gewesen zu sein. „Lebenslänglich“ sei also erloschen. Was die Lösung für viele kriselnde (lebenslange) Ehen wäre, wird aber vom Gericht abgelehnt, weil die Herzfrequenz gar nicht Ausschlag gebend sei, sondern die Hirnaktivität. Da gegen Tote nicht ermittelt wird, wäre Donald Trump gerettet!

7. November: CSU, Freie Wähler und Grüne beschließen im Bayerischen Landtag, mit 400 000 Euro eine Studie zu finanzieren, die untersuchen soll, ob sich multiresistente Keime statt mit Antibiotika auch mit homöopathischen Mitteln bekämpfen lassen. Die Grünen fanden es ungerecht, dass die CSU so viel Geldvernichtung allein verursachen wolle, und stimmten dem Antrag im Sinne des Verschwender Mainstreaming zu.

13. November: Der Rechtsausschuss des Bundestages wählt seinen Vorsitzenden Stephan Brandner (AfD) ab. Er muss zur Strafe in den Linksausschuss.

14. November: Der Bundestag beschließt eine Masern-Impfpflicht. ImpfgegnerInnen sind empört, schließlich seien sie bereits immun, allerdings erst mal nur gegen Argumente. Weiterhin muss allerdings nicht jedes Kind geimpft werden, nur die Kinder, die man behalten will.

23. November: Die Redaktion der „Bravo“ kündigt an, dass die Jugendzeitschrift künftig nur noch alle vier Wochen erscheinen werde. Seit 50 Jahren gibt Doktor Sommer Verhütungstipps, und nun wundert sich die Zeitschrift, dass ihre Zielgruppe kleiner wird.

30. November: Nohuwabohu in der SPD: Der sympathische Volkspartei-Prank wählt Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans zu Vorsitzenden. Als das Ergebnis im Willy-Brandt-Haus verkündet wird, schauen sich beide verdutzt an und fragen: „Wer?“ Das ewige „Weiter so“ der Bundesregierung findet nun ein Ende, stattdessen heißt es: „Walter so!“ Beide neuen Chefs, die Nummer 60 und 61 in der Parteihistorie, schließen sich zum inoffizellen Kürzel „Eskabo“ zusammen und werden sechs Tage später auf dem Parteitag unter dem Motto „In die neue Zeit“ offiziell ins Amt gewählt. Gut so! Bisher lautete das Motto, mit dem die SPD in die neue Zeit ging, eher „Escargot“.

30. November: Günther Oettinger verlässt die EU-Kommission. 2020 soll seine Autobiografie herauskommen: „Dolmetsch me if you can. Schlamassels from Brussels“. Nach 15 Jahren als Ministerpräsident, Industrie-, Digital- und Haushaltskommissar will sich der Anglist künftig in der Wirtschaft engagieren. Gerüchteweise steht ein Wechsel zur Firma Seitenbacher an – in die internationale Abteilung: „Do you know, Karle...“

12. Dezember: Die Unterhauswahl in Großbritannien zeitigt ein eindeutiges Ergebnis: Die Parteien, die den Brexit ablehnen, kommen gemeinsam auf 52 Prozent aller Wählerstimmen. Folglich erhalten sie 43 Prozent der Sitze. Die Tories mit ihren lediglich 44 Prozent besetzen dank des Mehrheitswahlrechts 56 Prozent der Mandate. Klingt gerecht. Lügen und Wahlkampfmanipulation reichen eben oft nicht für eine Mehrheit aus, man muss schon auch noch ein absurdes Wahlsystem auf seiner Seite haben. In Nordirland, Wales und Schottland spielen die Konservativen übrigens keine Rolle, lediglich in England stellen sie die Mehrheit. Die restlichen Briten werden also von einer durchgeknallten Regionalpartei regiert, deren selbstverliebtes und gewissenloses Spitzenpersonal die Allgemeinheit Milliarden kostet. Der CSU gefällt das.

20. Dezember: Die „Gorch-Fock“-Affäre geht weiter. Im Zentrum der Affäre steht eine ältliche Fregatte (Baujahr 1958), die schon mehrfach kurz vor der Stilllegung stand, trotzdem nicht abgewrackt wurde und für dreistellige Millionenverluste verantwortlich ist: Ursula von der Leyen. Und auch die „Gorch Fock“ spielt eine Rolle. Der Untersuchungsausschuss erfährt, dass die Handydaten der Ex-Verteidigungsministerin aus der Zeit des Debakels gelöscht worden sind. Andreas Scheuer lässt fragen: „Was sind Handydaten?“

24. Dezember: Der Internationale Tag des Mülls fällt auch 2019 wieder auf den 24. Dezember, den Tag des Heiligen Sankt Müllsack. Der Bewegung „Fridays for future“ ist Weihnachten wohl ein Dorn im Auge, denn der Weihnachtsmann wird wohl kaum CO2-neutral unterwegs sein. Abgesehen vom Feinstaub, der in den Kaminen aufgewirbelt wird, wenn der Ka- und Adventsmann durch den Schornstein segelt, pusten Rentiere ja eine ganze Menge Kohlendioxid in die Luft. Und ab sechs Rentieren gilt ein Gespann sogar als Massentierhaltung! So bleibt uns nur, dem Weihnachtsmann frei nach Greta zuzurufen: How deer you!

 

 


Tilman Lucke ist zu sehen in: "frisch gepresst. Politcomedy-Late-Night" und in seinem Soloprogramm  "Verdummungsverbot".

 


 

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